Megavalanche 2017 und die Folgen

Letztes Jahr war es mal wieder soweit- ALAAARMAA 😉 – el ritmo fatal 😉

Nach 2 Jahren Abstinenz haben meine gute Freundin Sybille und ich beschlossen, zum (für mich) 5 mal auf die Megavalanche nach Alpes de Huez – Frankreich zu fahren.
Wie erwartet, nach 10 stündiger Autofahrt dort angekommen…
KAISERWETTER- yah !

 

Wir haben uns wieder in das gleiche Appartment eingebucht, in dem ich schon seit Jahren bin. Direkt am Lift…in unmittelbarer Nähe zum Supermarkt und der besten Pizzeria am Platz 😉

Tag 1 / Montag :
Auspacken und einrichten. Danach direkt die Räder für die erste Fahrt klar machen.
Bekannterweise ist die Mega ein echter Materialschlachter- daher ist eine gute Vorbereitung der Bikes nahezu unerlässlich.
Also flux die Magics aufgezogen und noch ne Schicht Rahmenschutztape extra.
Shit, die Müdigkeit schlägt zu…die ganze Nacht durchzufahren hinterläßt eben doch Spuren- wir sind halt keine 20 mehr – blöd- aber ist so 😉
Daher kurzentschlossen noch mal 2 h Matratzen horchen…ahhh gut !

Sooo-Nachmittag- ab an den Lift und erst mal das Gold-Ticket holen und direkt rauf.
Ab geht´s –  whooop 😉

Für heute steht zuerst die Qualistrecke an. Die Erfahrung der Jahre macht sich bezahlt- immerhin weiß ich noch wo´s lang geht 😉
Sybille ist ähnlich postiv aufgeregt wie ich…
Wir beide haben genügend alpine- und Bikepark Erfahrung und haben auch schon einige Gebirge gesehen, aber Fakt ist – hier ist es landschaftlich einfach der Hammer.

Irgendwie scheint es hier dennoch so eine Art Mikroklima zu geben…die Luft auf 2800m ist hier erstaunlich dünn.
Wir starten also noch völlig geflasht und mit recht hohem Puls durch auf die Qualistrecke.
Nach wie vor mediat ruppig- allerdings etwas weniger Schnee als gewohnt…
Genauere Strecken Beschreibung folgen …

Tag 2 / Dienstag :

8:00 Uhr -müüüüde.. – aber voll motiviert – erneut Kaiserwetter.

Heute steht der Gletscher auf dem Tacho- schließlich wollen wir uns ein Bild verschaffen wieviel Schnee es dieses Jahr oben hat.

Geht ja ! Nicht wirklich viel aber aufgrund der warmen Temperauren sehr sulzig und nicht wirklich schnell. Höchstgeschwindigkeit laut Aufzeichnung 58km/h- das war auch schon mal schneller…
Ich komme mit dem Schnee etwas besser zurecht als Sybille – tripod ftw 😉
Auf dem Flachstück ist wegen der Konsistenz an fahren gar nicht zu denken- wir schieben und uns geht dabei die Pumpe als würden wir Marathon laufen…
Raus aus dem Schnee und über das kurze TransferStück zum Single Trail nach Alpes de Huez, der uns direkt ein fettes Grinsen ins Geicht zaubert…Gewohnt schnell,ruppig und spaßig…spätestens jetzt wird mir wieder klar warm ich dieses Rennen so liebe…Sybille jauchzt ebenfalls vor Vergnügen…
Schneller als uns lieb ist, sind wir am Transfer zum Uphill angekommen…
Dieser kommt mir dieses Jahr irgendwie gar nicht mehr so heftig vor…vll. sind wir aber auch einfach konditionell ein wenig besser drauf.
Nach dem Uphill kommt der allerspaßigste Teil – ein wunderschöner sehr schneller Singletrail nach Oz en Oisan.
Hier war vor 3 Jahren die übelste Matschschlacht die ich je gefahren bin..

Diesmal ist es jedoch trocken und dort wo es in den Jahren davor weniger mit Rennen als eher mit Krieg zu tun hatte, sind wir rasend schnell und gut durchgekommen.
Der Singltrail spuckt uns im Wäldchen von Oz aus.
Hier hat´s nach wie vor schöne Wurzeln und off-camber Sektionen die mir unweigerlich die Erinnerungen an das Hardcore-Rennen wieder ins Gedächtnis rufen.
Ein wenig wurde die Strecke jedoch geändert, wenn auch nicht gravierend… aber ein paar spaßige Gadgets hats doch !
Nichts im Vergleich hierzu:

Aber ich schweife ab…Wir sind noch immer im Wald von Oz…es ist trocken und schön zu fahren…
Die leichten Straßen-Uphills sind gleich durch und wir erreichen das letzte Stück nach Allemont. Auch hier hatsich nicht viel am Charakter der Strecke getan- und das ist gut so!

Am Ziel angekommen genießen wir einen Kaffee und einen Crepes, bevor wr uns mit dem Bus wieder nach Oz en Oisan shutteln lassen.
Und weil wir noch immer nicht genug haben, fahren wir die DH Strecke ach OZ. Yeah!!!!
Die hat´s in sich…steilabfahrten, switchbacks, loose…einfach alles drin…
So viel Spaß gehört verboten ;););)

Erneut lassen wir uns von der Gondel auf die Mittelstation nach Alpes d´Huez bringen…
Von hier shredden wir nochmal den unteren Teil der Quali bis ins Dorf.

GUT FÜR HEUTE ! Es reicht…wir haben ja auch noch ein paar Fahrtage vor uns…
Räder putzen-checken und Klamotten klar machen für den nächsten Irrsinn.
HUUUUNGER !!! Kochen läuft prima- wir sind anspruchslos-PASTA PARTY !

Gemütlich lassen wir den abend mit 1-10 Bierchen ausklingen

 

Tag 3 / Mittwoch :

8:30 Uhr-gääähn 😉  – aber wie am Vortag in freudiger Erwartung auf Trails

Heute nochmal die Quali etwas genauer zerlegen- trackwalks – liniensuche – Überholmöglichkeiten testen – Nogos checken… also fast wie die großen Jungs und Mädels 😉
Das kostet uns den ganzen Vormittag 😉 und macht nen Heidenspaß

Wetter ist nach wie vor genial-wenn auch heute fast schon a weng zu warm…
Macht gar nichts…im Gegenteil…so bekomme wir gar noch eine gesunde Bikebräune

Nachdem wir einen kleinen Mittagsimbiss zu uns genommen haben entscheiden wir uns ein wenig zu exploren. Sprich wir fahren den XC11 und den EN 9 nach Vaujany…
La Route de Lacs …was für ein Hammer Teil !
In Vaujany angekommen sind wir total stoked von der super fahrt und stark beeindruckt von dem riesigen Lift ohne stützen, der uns wieder zur Mittelstation überhalb von Alpes bringt. Verdammt- das Bild ist verloren gegangen ;(
Wir fahren zum Abschluß ein wenig in den „Spielplatz“ überhalb von Alpes:


 

Nachdem wir uns müde gespielt haben geht es ab nach Hause.
Und erneut–HUUNGER !  Wir entschließen uns heute Pizza essen zu gehen…sehr lecker..
Finally it´s „beer o´clock“ …

Tag 4 / Donnerstag :

Heute lassen wir es etwas ruhiger angehen- schließlich steht morgen die Quali an…
Also entscheiden wir uns noch ein letztes mal den Gletscher zu trainieren – es ist immer noch sehr sulzig…

Dennoch klappt es heute schon einiges besser als am ersten Trainingstag…
Solangsam haben wir uns an Höhe und Gegebenheiten gewöhnt…wir haben deutlich mehr Luft 😉

 

Tag 5 / Freitag :

QUALI-Time!!!
Früh gehts an den allseits bekannten , doch recht downhilll-lastigen Track der Qualifikation.  Wir sind motiviert und trotz jahrelanger Erfahrung vor Ort immer wieder aufgeregt. Der Track wurde im oberen Teil leicht verändert, so ist z.B. der lange Nortshore mit der etwas kniffeligen Anfahrt und der ewigen Matschlandung herausgenommen.

Auch endet die Quali nicht mehr in Huez sondern direkt in Alpes. Das gefällt mir persönlich nicht so…aber nun gut- mann kann nicht immer alles haben…
Ein dicker Fahrfehler und ein wenig Safety hinsichtlich des Rennens ließen mich die Hauptgruppe um nur wenige Sekunden verpassen. ARGHHH 😉

Sybille hingegen rockt den Track und fährt sich auf ihrer Mega Premiere direkt als beste deutsche in die Top10
RESPEKT ! Bille , Du Tier ! Wir freuen uns wie ein Schnitzel über das Ergebnis- hat sich das Training und ein wenig Coaching doch ausgezahlt.

Überglücklich und leicht fertig wird heute mal früh ins Bett gegangen- wir sind platter als uns lieb ist 😉 Feierabend-Bier , Bike-Check, Rennvorbereitung , Bett 😉
Ist es erst 9 Uhr ?! oO Gute Nacht…

 

Tag6/ Samstag:

RACEDAY ! ALARMAAA !

Mitten in der Nacht stehen wir auf- Sybille startet gar noch etwas früher- die Damen haben wie immer den „early bird“ nach oben…
Ich stehe natürlich mit ihr auf und begleite sie auf den Gletscher.
D.h. jetzt geht´s ab 😉 Letzter Bikecheck, schnelles Frühstück, kurz sammeln und ab zum Lift. Das alles vor 6 Uhr morgens 😉
Die Schlange ist mediat lang, aber wenigstens haben wir noch immer Kaiserwetter…

Wie sich später herausstellte starteten nur die ersten Gruppen vom Gletscher- der Großteil der Fahrer startet später wegen schlechter Wetterbedigungen weiter unten kurz überhalb der Mittelstation.

 

Oben, auf 3300m am Pic Blanc angekommen, ist es doch recht frisch- es weht ein „Lüftchen“ 😉
Der Grund warum ich Sybille eine Rettungsdecke aus meinem Rucksack krame weil sie sich bereits „startfertig“ machen musste…

 

Den Start der Girls habe ich leider nicht fotografiert aber dafür gefilmt 😉

Sybille scheint ganz gut weggekommen zu sein, sofern ich das von oben sehen konnte…
Ich wünsche ihr das Beste und bereite mich auch langsam vor-mein Seed startet in ca 30 min .
Also warm machen…Puls hoch und wieder runter fahren, der 20te Bikecheck an diesem Morgen…Endlich wird mein Run aufgerufen…ich rutsche die paar Meter vom Aussichtsplateau zum Start hinunter und reihe mich in meine „Vague“ ein.

Es dauert noch ein paar Minuten dann erscheint George Edwards wie immer persönlich- das läßt er sich nicht nehmen- und hält die 2 Minuten Plakette hoch…
30 Sec… ALAAARMAAAA!
Ab geht die wilde Wahnsinnsfahrt !
Gletscher und Schneefahren liegt mir…ich tripodde mich an fast 100 Fahrern meines Seeds im Schneefeld vorbei…hab gefühlt nur noch die Spitzengruppe vor mir und einen Puls von einer MarsRakete als es in die Singltrail – Sektion überhalb Allpes geht.
Ziel wäre Top Ten Masters 40!

Aber ! Erstens kommt es anders- und zweitens als man denkt ! Ein Fahrfehler meines Vordermannes zwingt mich an einer Schlüsselstell abzuspringen…

RATSCH! Ich verdreh mir beim aufkommen übelst das Knie- Kreuzband ab !
Voll mit Adrenalin fahre ich noch ein paar km weiter bis zu einem kleinen Gegenanstieg.
An dem verweigert dann noch die Schaltung ihren Dienst und verhängt sich komplett in der Felge…
Dazu kommt, daß die Schmerzen exorbitant angewachsen sind, genauso wie der Umfang meines Knies…
ABBRUCH…#+#.*’*Ö* oder auch einfach nur das englische Wort mit 4 Buchstaben
Ich bin „leicht“ verärgert von der Situation und beginne den „walk“ humpelnd Richtung Alpes.
DNF
*grmlll*

Sybille macht es besser :
Aber eben auch nicht viel- wenn schon – denn schon …
Nach ca.10km Kettenriss-arghhhhhhh. Noch lange vor dem ersten wirklichen Uphill.

Durch den  Kettenriss am ersten wirklichen Uphill war Sybille gezwungen alle Flat und Uphill Parts zu schieben/rennen.Und das auf einer Gesamtstrecke von über 20 km
Und dennoch so ein Ergebnis ? Unmenschlich !

Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole: Sybille Schicker ist ein Tier…ich bin mega stolz auf sie ! So etwas sucht seinesgleichen…

Nach dem Rennen treffen wir uns im Appartment und klagen uns gegenseitig unser Leid…ok mich hat´s a weng schlimmer erwischt- gibt sogar Bille zu 😉
Nichts desto trotz lassen wir uns unseren Plan nicht verderben morgen bei den Top-Guns zu zusehen.
Ein paar Ibus und jede Menge Eis werden es schon richten…
Niedergeschlagen und schmerzverzerrt, aber auch irgendwie glücklich das nichts „schlimmeres“ passiert ist fallen wir müde ins Bett.

 

Tag 7 / Sonntag  Race Day der Top Guns

 

Wir stehen halbwegs früh auf und begeben uns Richtung Uphill der Hauptstrecke- von dort aus geht es in den langen Singletrail nach OZ.
Hier kocht die Stimmung…alle die bereits Samstags gefahren sind oder wie ich verletzt stehen hier und feuern an . 
Wir bleiben aber nicht allzu lange-warten wirklich nur die ersten Farhrer ab und machen uns aufgrund von Schmerzen auf den Heimweg Richtung Deutschland.

Warum der Artikel erst jetzt erscheint ? Es war einfach ein wenig abstand nötig- das kaputte Knie hat mich die restliche Saison zu sehr beschäftigt.
Es folgte ein Crowdfunding für dieReha-Kosten. An dieser Stelle nochmals VIELEN DANK FÜR EUREN SUPPORT !

In 2018 werde ich nicht an der Mega teilnehmen auch wenn ein wenig das Herz blutet-ist es doch mein Rennen. Denn in den Jahren habe ich für mich festgstellt, daß meine Stärke in der Langstrecke bergab liegt und mir dieses Rennen eigentlich voll in die Karten spielt.
Nichts desto trotz – Dieses Jahr wird die REHA groß geschrieben 😉

Vll. lassen meine beiden lädierten Knie genug Stabilität aufbauen um nächstes Jahr wieder am Start zu sein. Wenn auch mit weniger Ambitionen…sondern rein zur Gaudi
Auch Sybille hat sich verletzt und setzt dieses Jahr aus- aber for sure werden wir innerhalb der nächsten 2 Jahre wieder am Start sein .

Hehe- Sorry – konnte ich mir nicht verkneifen 😉

In diesem Sinne, bleibt gesund und rockt die Trails

Cheers Chris

 

 

 

 

 

 

 

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